Goldwaschen am Rhein 05.08.2017

Goldwäscher als Lebensretter

Großes Glück hatte ein Schwimmer, dass wir Goldsucher zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle waren. Der unbekannte Mann hatte sich für eine waghalsige Mutprobe entschieden,  sprang weit abseits von uns in eine gefährliche Strömung. Nur dank der Hilfe von Teilnehmern des Goldwaschkurses sowie eines Kanufahrers und eines zufällig anwesenden Arztes wurde eine Tragödie verhindert. Mehr darüber lest Ihr am Ende dieses Berichtes.

Abgesehen von diesem Zwischenfall am Ende des Goldwaschtages war alles perfekt. Super nette, begeisterte Teilnehmer und natürlich auch schöne Rheingoldfunde! Das hat man als Kursleiter gerne. Begonnen hatte der Tag mit der Begrüßung beim Neuenburger Rathaus. Von dort fuhren wir zum Waldparkplatz oberhalb des Goldwaschplatzes und bezogen sofort unseren Lagerplatz unter schattenspendenden Bäumen.

Noch am Ufer erklärte ich den Teilnehmern in kurzen Worten die Technik des Goldwaschens, wie die Pfanne geschwenkt werden sollte, damit sich das schwere Gold auf den Pfannenboden absetzt. Es folgen noch ein paar Schwenks, wobei die leichten Sande über den Rand ausgespült werden, dann müsste bereits das erste Goldflitterchen auftauchen.

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Die Teilnehmer waren überrascht, wie schnell die kleinen Flitterchen sichtbar werden. Deshalb wurden sofort die Pfannen aller Kursteilnehmer mit ausgesiebtem Sand gefüllt. Aber oje, irgenwie wollte es bei manchen noch nicht richtig klappen. Aber keine Sorge, beruhigte ich sie: „Nicht das Material aus der Pfanne schleudern, sondern langsam schütteln und dann erst – wieder langsam – schwenken.“ Und siehe da: Es klappte doch!

Gold suchen und finden macht nicht nur glücklich, sondern auch hungrig. Deshalb wurde kurz nach Mittag der Grill angemacht. Im Nu bruzzelten etliche Würstchen und Steaks auf dem Rost. Während die Teilnehmer ihre Leckereien aßen und sich für die nächste Runde stärkten, berichtete ich noch allerhand aus der Welt des Rheingoldes.

Anschließend wurden die Goldwaschrinnen eingesetzt. Ab jetzt ging es darum, so viel Sand wie möglich durch diese Waschkanäle zu schwemmen. Abschließend wurden das in den Rinnen gefangene Konzentrat mit den Pfannen reingewaschen. Die Belohnung waren etliche Goldflitterchen.

Goldsucher Andreas präsentiert seinen Tagesfund. Im Hintergrund seine Partnerin Petra, die bei der Bergung der bedrängten Schwimmer wagemutig half.

Kurz vor Ende der Veranstaltung ereignete sich der Zwischenfall mit dem unbekannten Schwimmer. Mit Freunden hatte er abseits von uns gefeiert und dabei wohl zu tief ins Glas geschaut. Der Mann konnte kaum schwimmen. Ausgerechnet an einer Engstelle im Altrhein sprang er in die Fluten. Das Wasser drängt sich dort auf einen nur wenige Meter breiten Durchlass und bildet dabei hohe Wellen. Als er seinen Irrsinn bemerkte, rief er nahe Freunde zur Hilfe. Die eilten  zwar sofort herbei, aber sie brachten sich selbst in Gefahr und kamen nicht mehr aus eigener Kraft ans nahe Ufer. Zu stark war hier die Strömung.

Die Ausbeute von Petra und Andreas.

Ereignet hatte sich der Vorfall auf der französischen Rheinseite an einer Stelle, die von unserer riesigen Geröllbank kaum erreichbar ist. Als wir die Hilferufe hörten und die Situation erkannten, organisierte ich sofort ein Boot. In unmittelbarer Nähe lagen Kanus am Ufer. Der Besitzer zog sich eine Rettungsweste um, dann schleppten wir eines der Boote ins Wasser. Eine Goldsucherin lief über die Geröllbank den Bedrängten entgegen, half beim Bergen der inszwischen sechs Leute.

Mit dem Boot wurden alle nach und nach ans Ufer gezogen. Eine Teilnehmerin des Goldwaschkurses ist Rettungssanitäterin und half sofort bei der Erstversorgung. Zufällig weilte ein Arzt ebenfalls in unserer Nachbarschaft. Ich kenne ihn gut, schließlich ist er selbst leidenschaftlicher Goldsucher. Er  sah die geschwächten Leute an und empfahl für einen, sofort den Rettungswagen zu rufen. Wenige Minuten später wurde dieser  ins nächstliegende Krankenhaus gefahren. Es war der alkoholisierte Verursacher der Rettungsaktion. Ein ganz dickes Dankeschön an alle, die geholfen haben!

8 Kommentare

  1. Lieber Herr Andorf,
    vielen Dank für den tollen Tag mit meinen 3 Enkeln am Rhein. Sie waren begeistert!
    Viele Grüße
    Ursula und Harald Märkt

    1. Liebe Familie Märkt, Ihre Enkel waren den ganzen Tag über mit Begeisterung bei der Sache. Nun dürfen Sie von sich mit Stolz und Recht behaupten, richtige Rheingoldsucher zu sein. Und fündig wurden sie ja schließlich auch. Goldige Grüße in den Schwarzwald!

  2. Hallo Herr Andorf,

    der Tag zusammen mit Ihnen war ein super schönes Event für unsere Family. Meinen ganz herzlichen Dank an Sie für die Organisation und Durchführung.

    Gruß aus der Kurpfalz

    1. Lieber Herr Westenweller, ganz herzlichen Dank! Aber ich darf auch Ihnen versichern, dass es mir mit so netten Leuten eine Menge Spass gemacht hat. Leider ging der Goldwaschtag viel zu schnell vorüber. Herzliche Grüsse in die Kurpfälzische!

  3. Lieber Herr Andorf,

    es war ein wunderschöner Tag. Er hat alle unsere Erwartungen erfüllt und übertroffen. Schließlich sind wir nicht ohne leere Hände wieder zurück nach Hause gefahren.

    Viele liebe Grüße
    Die Dortmunder 😉

    1. Lieber Thomas, herzlichen Dank! Und schöne Grüße nach Dortmund. Übrigens, das Naturkundemuseum solltet Ihr mal anschauen. Goldige Grüße!

  4. War ein super Tag! Ganz soviel wie die Profis haben wir natürlich nicht den Fluten des Rheines entreissen können, aber ein Paar Goldflitter als Andenken konnte jeder mit nach Hause nehmen. Vielen Dank an den Organisator, der alles gut vorbereitet hat.

    1. Lieber Patrick, nun wisst Ihr, woher das Gold kommt und könnt dank den erworbenen Kenntnissen auch künftig selbst auf Goldsuche gehen. ich hoffe, ich konnte Euch zusätzlich viele nützliche Tipps mit auf den Weg geben. Und solltet Ihr mal wieder an den Oberrhein kommen, dann meldet Euch einfach. Goldige Grüße nach Köln!

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