Goldwaschen am Rhein 23.06.2018

Fisch und Gold in der Pfanne

Eine fröhliche Gesellschaft konnte ich zum Goldwaschen bei der Bad Bellinger Tourist-Info begrüßen. Und groß, sehr groß war die Schar erwartungsvoller, fröhlicher Leute, die sich heute einen Traum erfüllen wollten: Auf Goldsuche gehen und selbst geschürftes Rheingold mit nach Hause nehmen zu können. Denn zu Hause oder bei Freunden hatte man bereits davon erzählt. Kein Gold zu finden, das durfte einfach nicht sein.

Nun, ich konnte alle beruhigen. Wir würden Gold finden, auf alle Fälle! Nur mit den erhofften Brocken, das könnte etwas schwierig, ganz sicher sogar unmöglich werden. Denn Nuggets von der Größe eines Hühnereies (oder ein wenig darunter), das gibt es nunmal hier am Rhein nicht. Und das hat seinen Grund, wie ich später während der gemeinsamen Mittagspause erläuterte.

Zunächst ging es von Bad Bellingen zum wenige Kilometer entfernten Goldwaschplatz.

Endlich angekommen, begrüßten uns bereits zwei Profis in der Goldwäscherszene: Wolfgang aus Buggingen und Hans aus Rastatt.

Damit nicht genug. Am Ufer standen noch etliche weitere Goldsüchtige, allesamt aus dem Dreiländereck, ihre Köpfe tief versenkt in den Pfannen, immer auf der Suche nach dem begehrten Edelmetall.

Vor dem ersten Fund stand für meine Leute zunächst ein wenig Theorie an.

So rasch wie möglich versuchte ich ihnen zu erklären, wie die Waschpfanne zu bewegen ist, damit sich das sehr schwere gelbe Metall auf den Pfannenboden absetzt und die leichten Sande über den Rand fortgespült werden, bis letztlich nur noch wenige schwere Mineralsande übrig bleiben. Mit etwas Glück müsste bereits das erste Goldflitterchen aufblitzen.

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Doch Pech, in der ersten Pfanne war kein Gold. Das Vorhandensein des schwarzen Sandes zeigte uns jedoch an, dass wir an der richtigen Stelle gegraben hatten. Der schwarze Sand (Magnetit) zeigt ja das Vorhandensein besonders schwerer Mineralien und damit Gold an. Es dauerte gar nicht lange, bis die ersten Teilnehmer sich über ihr erstes Gold freuen durften. Das Eis war gebrochen.

Ab jetzt kam ein Fund zum nächsten. Einige Teilnehmer waren jedoch derart im Goldfieber, dass sie ihre Pfannen zu schnell schwenkten und den gesamten Inhalt unsortiert fortschleuderten. Pech, denn damit war auch das Gold fort. Einen unverhofften Fund hatte gleich zu Beginn ein Teilnehmer gemacht, als in seiner Pfanne plötzlich ein Fisch schwamm. Es war ein junger Welz. Nach einer kurzen Besichtigung wurde er in die Freiheit entlassen.

Nach der obligatorischen Mittagspause wurden sofort die Waschrinnen in die Strömung gelegt. Jetzt ging es darum, die Goldausbeute zu erhöhen. Je mehr sie mit ausgesiebtem Sand befüllt wurden, umso mehr Gold konnte hinterher mit der Pfanne reingewaschen werden. Die Teilnehmer ließen es sich nicht nehmen, so gut es die Kräfte noch hergaben, eine Ladung nach der anderen anzuschleppen.

Einem Pärchen gefiel das Goldwaschen so sehr, dass sie weit über die Zeit hinaus am Ufer blieben und gemeinsam bis in die späten Abendstunden Gold wuschen. Sie hatten eine vollständige Ausrüstung dabei. Ich wünsche den beiden, dass sie noch viele schöne Funde machten.

Für mich, sicherlich aber auch für die Teilnehmer dieses Tages, war die gemeinsame Goldsuche ein hinreißend schönes Erlebnis. Deshalb an alle mein herzliches, goldiges Dankeschön!


Goldwaschen am Rhein auf goldsucher.de 

7 Kommentare

  1. Auch die Kanderner hatten viel Spaß an diesem Tag! 🙂 Auch wenn unsere Tochter recht schnell von Ungeduld geplagt wurde, doch dann hatte sie kleine Fische entdeckt und diese umgesiedelt und so sind wir alle reich beschenkt worden. (Sei es mit Gold, Katzengold oder fischigen Erfahrungen)
    Ganz lieben Dank für diesen goldigen Tag!

  2. Der Tag war super organisiert und Herr Andorf auf alle Eventualitäten vorbereitet. Lediglich die Tatsache, dass bereits für den Weg vom Parkplatz zum Goldwaschplatz Gummistiefel sehr hilfreich wären, hätte vorher erwähnt werden können. Ansonsten war es rundum ein toller Tag mit vielen neuen Eindrücken und interessanten Geschichten. Herr Andorf ist sehr geduldig mit seinen Teilnehmern, so dass am Ende des Tages jeder zufrieden und um etwas Gold reicher nach Hause geht. Vielen Dank dafür! Liebe Grüße aus Karlsruhe

    1. Lieber Stefan, vielen Dank für die Anregung! Ich werde künftig, sofern wir dieselbe Goldwaschbank anpeilen, auf das frühzeitige Anziehen von Gummistiefeln hinweisen. Goldige Grüßle nach Karlsruhe!

  3. Perfektes Wetter – reichlich Sonne aber nicht zu heiß.
    Gute Stimmung unter den Teilnehmern und ein mit Anekdoten nicht sparsamer Franz hat den Tag interessant und kurzweilig gestaltet, so dass die Zeit, zum Spiel Deutschland-Schweden zu kommen, sogar noch knapp geworden ist.

    1. Lieber Heiko, das WM-Spiel Deutschland-Schweden habe ich mir auch noch angeschaut. Um es sehen zu können, suchten meine Goldsucher-Kollegen Hans und Wolfgang allerdings eine nahe Gartenwirtschaft auf. Allerdings waren wir vom Spiel wahnsinnig enttäuscht. Umso schöner war das Goldwaschen mit Euch!

  4. Mit einer freundlichen Begrüßung bei der Touri-Info in Bad Bellingen begann das goldige Abenteuer an diesem Samstag. Als alle Teilnehmer eingetroffen waren und nach einer kurzen Wegbeschreibung zu den Autos strömten, war klar – das wird ein unterhaltsamer und interessanter Tag. Nachdem vor Ort jeder seinen Platz gefunden hatte, ging’s auch schon los. Erst ein wenig Theorie und dann nix wie ran ans Gold.
    Unter franzkundiger Anleitung wurden fleißig die Pfannen geschwenkt und siehe da – die ersten Flitterchen Gold blitzten in der Sonne und wurden schnell in den Tresor gepinselt.
    Immer wieder gab es Tipps, nützliche Infos und unterhaltsame Anekdoten rund ums Gold, und so verging die Zeit wie im Flug.
    Nach einer Stärkung vom Turbogrill gings nach der Pause an die Waschrinnen. Fleißig wurde Material geschaufelt, gesiebt und in die Rinnen gegeben – und die Belohnung folgte prompt. Viele kleine Flitterchen waren beim Auswaschen am Ende des Kurses in der Pfanne zu finden.
    Ein toller Tag mit Goldsucher, -erklärer und -finder Franz ging viel zu schnell zu Ende – vielen herzlichen Dank für das goldige Erlebnis und liebe Grüße von den zwei aus Heilbronn

    1. Vielen, vielen Dank! Das ist ja ein ganz, ganz ausführlicher Text. Ich freue mich, dass das Goldwaschen gefallen hat. Allerdings haben am Erfolg ja alle ihren Anteil. Bei so netten Leuten macht es einfach Spaß! Goldige Grüße ins schöne Heilbronn, wo nächstes Jahr die Bundesgartenschau ausgerichtet wird. PS: Die Gartenschau werde ich mir ansehen, wenngleich am Neckar (leider!) kein Gold zu finden ist.

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