Goldwaschkurs 20.05.2017

Rheingold, Goldblech und bunte Rheinkiesel.

Gold waschen am Rhein ist einfach eine prima Sache! Das empfanden auch die Teilnehmer dieses Goldwaschkurses. Herrlicher Sonnenschein den ganzen Tag über, niedriges Wasser und schöne Goldfunde. Was kann es Schöneres geben. Dabei hatte der Wetterbericht zwar Sonne, aber gelegentliche und zum Teil heftige Schauer angekündigt. Die blieben aus; die Wolken zogen über uns hinweg und entließen ihre Fracht vermutlich an den Schwarzwaldbergen.

Dass das Goldwaschen nur mit der richtigen Technik und dem nötigen Know-how funktionier, war die erste Lektion dieses Tages. Einfach mal ein paar Schaufeln in das Sieb schütten und Pfanne wild schwenken, das funktioniert nicht. Jedenfalls fast nicht. Einige wenige Ungeduldige wollten es dennoch mit dieser Methode probieren. Schließlich liegt das Rheingold ja hier auf der Geröllbank überall herum, so das Kalkül.

Aber die Goldfunde stellten sich dann doch erst ein, nachdem sie – nach meinem mehr oder weniger heftigen Zureden – erst ein, als an den „richtigen“ Stellen gegraben und auch die Pfanne „richtig“ geschwenkt wurde. Und siehe da: Ab sofort glänzten die Goldflitterchen auf dem Pfannenboden.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Die meisten der heutigen Teilnehmer hielten sich von Anfang an an meine Empfehlungen. Schließlich hatten wir ja bereits in der allerersten Pfanne bereits sechs Goldflitterchen auf einen Schlag in der Pfanne. Und in den nächsten folgten weitere. Es geht also! Man muss nur wissen wie.

Nach ein paar Erläuterungen über die Dichte der verschiedenen Elemente hatte ich die Gruppe auf eine x-beliebige Stelle auf der Geröllbank geführt. Das Wasser war hier gerade mal zehn Zentimeter oder knapp darüber tief. Mit der Schaufel schob ich ein paar oberflächige Steine zur Seite, tastete mit der Schaufelspitze den Untergrund ab und kündigte an, hier sollte eigentlich auch Gold liegen. Der feste Untergrund verriet mir, dass an dieser Stelle noch niemand gegraben hatte und auch kein aufgeschüttetes, bereits gewaschenes Material liegen könne. Ein kurzer Stich in den festen Untergrund, schon verfärbte sich das Wasser bräunlich. Das sei ein weiteres Indiz, denn zwischen den Sanden und Steinen haftete noch Lehm, der wiederum das Wasser verfärbte.

Dann wurde das Sieb mit mehreren Schaufelladungen befüllt, das Material ausgesiebt und der gewonnene Sand mit der Pfanne ausgewaschen. Und auch hier kam es auf die richtigen Bewegungen an. „Nur nicht schleudern!“ bat ich immer wieder darum, denn sonst vermischt sich das Material. Nur wenn der Inhalt zusammen mit viel Wasser kräftig gerüttelt wird, können sich die schweren Bestandteile und damit auch Gold auf den Pfannenboden absetzen. Letztlich ging es darum, die leichteren Partikel über den Pfannenrand rauszuwaschen, bis letztlich nur noch ein Konzentrat aus Schwermineralien übrig blieb. Dass man es richtig machte, konnte am Vorhandensein des schwarzen Sandes (Magnetit) festgestellt werden.

Auch heute konnten wieder alle Teilnehmer selbst gewaschenes Rheingold mit nach Hause nahmen. Eine Teilnehmerin nahm sogar einige wunderschöne Rheinkiesel mit nach Hause; und ihr Mann machte den wohl seltsamsten Fund des Tages: ein Stück Bleck, das wie vergoldet aussah. Ob es sich bei der Auflage tatsächlich um Gold handelte, konnte ich allerdings nicht feststellen. Aber der Glanz war verblüffend.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle, auch für die Begeisterung, die während des ganzen Tages bis in die Abendstunden anhielt. Es war auch für mich ein schönes Erlebnis.

 

 

2 Kommentare

  1. Das war ein schöner Tag. Herr Andorf war von Anfang an sehr sympathisch und hat uns vor-Ort spitzenmäßig die Technik erklärt. Schwieriger fanden wir allerdings, den goldhaltigen Sand zu finden. Das Graben mit den Schaufeln im Fluss war doch beschwerlich als wir dachten, doch hatte man eine Pfanne mit dem kostbaren Gut, dann konnte man fast sicher sein, mindestens ein Flitterchen zu finden. Auch wir hätten uns einige Siebe und Schaufeln mehr vor-Ort gewünscht.
    Fazit des Tages: Man muss nicht bis nach Alaska fahren um ein den Goldrausch zu spüren (Gruß an Parker Schnabel ;-)) und Goldwaschen ist gar nicht so schwer wie wir dachten.
    Alles Gute und vielleicht ja schon „bis bald“

  2. Hat uns allen sehr viel Spaß gemacht!

    Herr Andorf ist ein super Lehrer, der auch über fundiertes Hintergrundwissen verfügt und keinen Spaß scheut.

    Für die Zukunft wäre etwas mehr Werkzeug (Schaufeln und Siebe) für so große Gruppen wünschenswert. Vor dem Waschen sollten Sie bitte verstärkt auf günstige „Suchplätze“ hinweisen. Andernfalls wird wohl unser Abraum noch mehrmals gewaschen.

    Weiterhin große Nuggets 😉

Schreib eine Antwort

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ähnliche Beiträge